Mepha-Cup 2003: Die Entscheidung fiel im Penaltyschiessen
Das 7. internationale Handballturnier um den Mepha-Cup in Reinach BL endete mit einer Premiere: Nach einem packenden und bis zur letzten Sekunde spannenden und dramatischen Finale, welches erst im Penaltyschiessen entschieden wurde, ging der Turniersieg erstmals nach Frankreich. Der Sieger des Mepha-Cups 2003 heisst SC Sélestat HB. Der Lokalmatador RTV 1879 Basel belegte den vierten Schlussrang.
Die siebte Auflage des internationalen Handball-Turniers um den Mepha-Cup bot auch in diesem
Jahr packenden Handballsport auf höchstem Niveau und spannende, attraktive Spiele. Am seit Jahren bestbesetzten und etabliertesten Vorbereitungsturnier der Schweiz standen erstmals drei
ausländische Mannschaften im Einsatz, wobei das Abschneiden des erschreckend schwachen belgischen Serienmeisters HC Eynatten eine herbe Enttäuschung darstellte. Zur Ehrrettung der Belgier muss
jedoch angefügt werden, dass die fünf besten Spieler wegen kurzfristig erlittenen Verletzungen nicht mittun konnten und daher eine extrem junge Mannschaft auf dem Platz stand.
Die insgesamt etwa 1200 Zuschauer (bei Gratiseintritt) mussten ihr Kommen trotz der am Mepha-Cup "abonnierten" sauna-ähnlichen Temperaturen von der ersten bis zur letzten Minute nicht bereuen.
Die Überraschung des Turniers schlechthin war das starke und kompakte Auftreten des BSV Bern. Der Aufsteiger in die Swiss Handball League (SHL), wie die Nationalliga A seit rund zwei Jahren
heisst, beeindruckte mit einem starken Kollektiv, welches sehr kompakt auftrat.
Nach seinen Siegen in den Gruppenspielen über den österreichischen Meister und Cupfinalisten Alpla HC Hard sowie den eher stärker eingestuften TSV St. Otmar St. Gallen stand der BSV Bern, neu von
Martin Rubin trainiert, schon bald als erster Finalist fest. Der österreichische Spitzenclub Alpla HC Hard, kam zwar nicht über den zweitletzten Turnierplatz hinaus, fiel aber keineswegs ab und
wurde in der ausgeglichenen Gruppe mit dem BSV Bern und St. Otmar St. Gallen etwas unter Wert geschlagen.
In der anderen Vorrundengruppe machte der französische Erstdivisionär SC Sélestat HB von Beginn weg einen äusserst starken Eindruck und galt bald als Kronfavorit auf den Turniersieg. Ein Bein
hätte den Elsässern höchstens der RTV 1879 Basel stellen können, doch die Basler SHL-Aufsteiger, die sich geschickt und namhaft verstärkt haben, hatten im Direktduell gegen Sélestat letztlich
keine Chance und qualifizierten sich immerhin noch für den kleinen Final. Dieser ging dann - nach einer knappen Pausenführung gegen den TSV St. Otmar St. Gallen verloren.
Der RTV zeigte aber viele gute Ansätze und liess erkennen, dass die Mannschaft im Hinblick auf die Ende September beginnende SHL-Saison zwar noch an der Abstimmung feilen muss, aber gewiss über
ein starkes Team verfügt. Die vom Schweizermeister und Cupsieger Pfadi Winterthur nach Basel gekommenen Patrik Dieffenbach, Pascal Stauber und Erich Studer zeigten ihre Qualitäten ebenso wie
Heiko Karrer, der 54-fache deutsche Nationalspieler in den Reihen des RTV. Und schliesslich war der RTV-Südkoreaner Sung-Il Hwangbo - ein Spieler von Weltformat - auch in diesem Jahr einer der
auffälligsten Spieler am Mepha-Cup überhaupt.
Während die Belgier abfielen, bot Sélestat ein glänzendes Turnier. Mit dem starken Goalie Francis Franck, der in der französischen Nationalmannschaft bislang zu 57 Einsätzen kam, und einer
jungen, agilen Truppe spielten sich die Elsässer mit ihrer athletischen und erfrischenden Spielart in die Herzen der Zuschauer. Im Endspiel stiessen sie dann jedoch auf mehr Gegenwehr als
allgemein erwartet. Nach einem dramatischen und äusserst ausgeglichenen Spielverlauf setzte sich Sélestat gegen den BSV Bern schliesslich im Penaltyschiessen durch. Bern hatte jeweils in der
Schlusssekunde der regulären Spielzeit sowie der zweiten Verlängerung den nochmaligen Ausgleich geschafft.
Das ehrgeizige und eingespielte Organisations-Komitee zeigte sich nach Turnierschluss sehr zufrieden mit dem Verlauf. Das OK dankt allen Helferinnen und Helfern, den Sponsoren, den Behörden und
nicht zuletzt dem Abwart der Fiechtenhalle, Jürg Wenger, für den generösen Einsatz sowie die treue, grosszügige Unterstützung.
Die Resultate:
| 09.00 Uhr | RTV 1879 Basel | - | HC Eynatten | (14:7) 22:11 |
| 10.00 Uhr | Alpla HC Hard | - | BSV Bern | (9:10) 15:21 |
| 11.00 Uhr | HC Eynatten | - | SC Sélestat HB | (6:17) 11:31 |
| 12.05 Uhr | BSV Bern | - | TSV St. Otmar St. Gallen | (12:8) 23:21 |
| 13.10 Uhr | SC Sélestat HB | - | RTV 1879 Basel | (16:7) 25:18 |
| 14.15 Uhr | TSV St. Otmar St. Gallen | - | Alpla HC Hard | (16:14) 29:22 |
| 15.30 Uhr | ||||
| 15.45 Uhr Spiel 5./6. | Alpla HC Hard | - | HC Eynatten | (13:8) 26:15 |
| 16.50 Uhr Spiel 3./4. | RTV 1879 Basel | - | TSV St. Otmar St. Gallen | (12:11)19:24 |
| 18.00 Uhr Final | BSV Bern | - | SC Sélestat HB |
(10:9) 22:22, 2x5 Min Verl. (22:22)(24:24), Penaltyschiessen: 4:5 |
Mepha-Cup Internationales Handballturnier