Spitzen-Handball an tropischem Mepha-Cup 2000

Die Affiche war vielsprechend – und sie hielt eindrücklich, was sie im voraus versprochen hatte. Am 4. Mepha-Cup des TV Reinach waren am vergangenen Sonntag sage und schreibe 14 von 18 aktuellen Schweizer Nationalspieler sowie zahlreiche ausländische Topspieler zu sehen. Einige der ausländischen Cracks werden in Kürze für ihre Nationalmannschaften an den Olympischen Spielen in Sydney (Australien) im Einsatz stehen. Unter den insgesamt 1000 Zuschauern, welche trotz weit über 30 Grad den Weg in die hervorragend besetzte Fiechtenhalle gefunden hatten, weilte auch der Schweizer Nationaltrainer Arno Ehret.

Erstmals war es den Organisatoren gelungen, mit dem TV Suhr den amtierenden Schweizermeister (und auch den Champion der Saison 1998/1999) zu verpflichten. Und die Tatsache, dass mit den Kadetten Schaffhausen und dem TSV St. Otmar St. Gallen auch die aktuellen Nummern 2 und 3 der Schweiz am Mepha-Cup weilten, war Garantie für eine echte Meisterschafts-Revanche. Die anderen drei Mannschaften belegten in der letzten Saison die Plätze fünf (Wacker Thun), sechs (Grasshopper-Club Zürich) und acht (HC GS Stäfa).

Die Revanche gelang den Kadetten Schaffhausen optimal. Die Munotstädter qualifizierten sich dank eines 24:20-Erfolgs über Suhr für den Final gegen die überraschenden und sehr kompakt auftretenden Zürcher Grasshoppers. Im Playoff-Final um den Meistertitel hatte Suhr die Kadetten noch deutlich den Meister gezeigt.

Noch schlechter als dem TV Suhr erging es dem Meisterschafts-Dritten und Reinach-Titelverteidiger St. Otmar St. Gallen. Die Ostschweizer waren an sich eindrücklich gestartet und führten gegen die Grasshoppers nach elf Minuten mit 9:2 – am Ende aber stand es 21:21. Somit musste St.Otmar St.Gallen gegen Wacker Thun hoch gewinnen: Doch auch die Berner Oberländer stellten dem Favoriten ein Bein und siegten 25:23.

Somit spielte St. Otmar St. Gallen um den 5./6. Platz und hatte auch gegen den keineswegs abfallenden HC GS Stäfa lange Zeit viel Mühe, ehe der 20:16-Sieg doch noch feststand. Im kleinen Final setzte sich Suhr nach hartem Kampf knapp 19:18 gegen Wacker Thun durch. Und auch die Partie um den Turniersieg verlief ausgeglichen bis zur letzten Sekunde: Nachdem die Grasshoppers von Anfang immer leicht in Führung gelegen waren, kamen die Kadetten Schaffhausen in den Schlusssekunden nochmals bedrohlich nahe, doch die Zürcher brachten den Vorsprung verdient über die Zeit und feierten den verdienten 16:15-Finalsieg ausgiebig.

Das spielerische Niveau war wenige Wochen vor dem Start in die neue Saison generell sehr hoch – etwas, das nicht nur Nationaltrainer Arno Ehret gefreut hat.  

Das gerademal fünf Personen umfassende, aber effiziente Organisations-Komitee darf auch auf das diesjährige Turnier zurecht sehr stolz sein, erhielt man doch sowohl von Seiten von Aktiven, Experten und Zuschauern unzählige Komplimente für die exzellente Organisation. Der Mepha-Cup in Reinach ist die eindeutige Nummer 1 unter den Schweizer Vorbereitungsturnieren.

Der Mepha-Cup 2000 war ein voller Erfolg, der nur dank der tatkräftigen Unterstützung von Sponsoren, Behörden und vor allem auch dank freiwilligen Helferinnen und Helfern zustande kommen konnte. An alle ein herzliches Dankeschön.

Mepha-Cup 2000 TV Reinach. Gruppenspiele:

Grasshopper-Club Zürich – BSV Wacker Thun  19:12 (10:9)
TV Suhr – HC GS Stäfa 20:13 (12:6)
TSV St. Otmar St. Gallen - Grasshopper-Club Zürich 21:21 (12:7)
HC GS Stäfa – Kadetten Schaffhausen 17:17 (9:8)
BSV Wacker Thun - TSV St.Otmar St.Gallen 25:23 (11:11)
Kadetten Schaffhausen – TV Suhr 24:20 (12:8) 

Spiel 5./6. Platz: TSV St. Otmar St. Gallen – HC GS Stäfa 20:16 (8:11)
Spiel 3./4. Platz: TV Suhr - BSV Wacker Thun 19:18 (11:7)

Final 1./2.Platz: Grasshopper-Club Zürich – Kadetten Schaffhausen 16:15 (10:8)

Meinrad Stöcklin, OK-Präsident Mepha-Cup